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Dürfen wir euch kurz bei euren Pfingstfestlichkeitsaktivitäten stören? Ja? Gut, denn wir wollen euch den guten Pablo vorstellen. Das ist der gut gelaunte, gebürtige Argentinier, der mit seinem Team für die visuelle Umsetzung der MATAPALOZ-Dystopie verantwortlich ist. Wir baten um ein kurzes Interview und Pablo hat geantwortet.

Viel Vergnügen!

Lieber Pablo,

Erzähl uns doch bitte zunächst etwas über deine Vita, damit sich die Fans einen Überblick darüber verschaffen können, wer Pablo ist und was er macht…

P: Ok, wo fange ich an? Also, ich komme aus der südlichen Hemisphäre. Um es ein wenig zu konkretisieren: aus dem Norden Argentiniens. Und dort aus der Provinz Chaco. Ich wuchs in einer Gegend auf, in der es jede Menge Stammesnationen gab; echte, südamerikanische Eingeborene. In den 90ern begann ich damit, die Welt zu bereisen. Ich wollte einfach wissen, was draußen noch so abgeht; was um mich herum noch so passiert und wie die Dinge laufen. So bin ich eine Menge herumgekommen. Meine gegenwärtige Aufgabe besteht darin, Festivals mit Dekorationen und Installationen zu versorgen.

Ein echter Weltbürger also. Wie kam es denn dazu, dass du die Onkelz kennengelernt hast?

P: Die Onkelz sind auch in Spanien bekannt und vielen Leuten dort ein Begriff. Gänzlich unbefleckt war ich also nicht (lacht). Der erste Kontakt war aber rein persönlicher Natur und ging über Stephan.

Ist das Matapaloz Festival denn die erste Großveranstaltung / das erste Festival, an dem du mitarbeitest?

P: Nein, das ist definitiv nicht meine erste Mitarbeit an einem großen Festival. Auch wenn ich es selbst kaum glauben kann, mach`ich das jetzt schon über 20 Jahre 😉

Ok, dann hast du ja einen ziemlich großen Erfahrungsschatz, aus dem du immer wieder schöpfen kannst. Wie muss man sich denn den kreativen Austausch zu Beginn vorstellen? Hattest du eine Vision, wie die Bühne und das Gelände aussehen sollen oder hat die Band dich gebeten, ihre Vorstellungen umzusetzen?

P: Der kreative Austausch war eine sehr spannende Angelegenheit. Ein Beispiel: Die Band hat ja einen großen Input an Ideen angeliefert. Alleine schon, dass das Festival “Matapaloz” heißen soll, beflügelte meine Vorstellungskraft. Die Onkelz haben mir also klar gemacht, was sie wollen, bzw. was sie sich vorstellen könnten. Der nächste Schritt war dann, die Verknüpfung zwischen dem Namen des Festivals (aus dem sich ja dann noch viele weitere Ideen ableiten lassen) und der Vorstellung der Band zu finden. So kam eins zum anderen. Es gab einen steten Austausch von Ideen und man hat sich immer Gedanken über die Umsetzung von diesem oder jenem gemacht.

Das klingt nach einer Menge Arbeit, deren Anfang erst einmal im Kopf stattfindet, bevor man loslegen kann. Wie lange bist du denn schon mit den reinen handwerklichen Arbeiten beschäftigt?

P: Im Grunde genommen habe ich nach unserem ersten Meeting am Hockenheimring mit der Arbeit begonnen. Das war vor drei Monaten. Seitdem machen mein Team und ich rund 17 Stunden am Tag. Es wird also nicht langweilig (lacht).

Um nochmal auf deine Expertise zurückzukommen: Was unterscheidet das Matapaloz in der thematischen Umsetzung von anderen Festivals?

P: Ich glaube, es ist schon ziemlich einzigartig, so eine Vision auf ein derartig großes Festival zu münzen und anschließend in Anfassbares umzusetzen. Die ganze Dekoration; ach was, das ganze Konzept sind besonders und erstrecken sich ja nicht nur über die Hauptbühne, sondern über das komplette Gelände. Und dann natürlich die thematische Ausrichtung als solche. Pflanzen, Biomechanik und Co. Das ist alles interessant und neu. Der Unterschied liegt also nicht nur im Detail, sondern im Großen und Ganzen.

Dann musst du jetzt etwas Konkreter werden. Inwiefern werden sich die Bühne der Bands und die Bühne des Barrios voneinander unterscheiden?

P: Nun, die Hauptbühne des Matapaloz ist praktisch der Ort, an dem diese gewaltige Pflanze residiert. Stellen wir uns kurz vor: Nach der Apokalypse musste dieser Matapalo (in unserem Fall eine Stachelpflanze) also mutieren, um überleben zu können. Was liegt da also näher, als sich mit einer fetten, lauten, öligen Maschine zu verbünden, um so zur eigenen Rekonstruktion beitragen zu können (lacht)? Außerdem hat diese Pflanze zwei Türme vereinnahmt, auf denen ursprünglich die letzten Atomwaffen stationiert waren, die im Übrigen für die Zerstörung unserer Welt verantwortlich sind. Nun, die können jetzt jedenfalls nicht mehr benutzt werden, um Schaden anzurichten. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass sich diese Pflanze mit elektrischen Spulen verbunden hat, um so den Maschinen, die ja jetzt zu ihrem Organismus gehören, Energie zu spenden. Und es gibt zwei Gargoyles, die ihr dabei helfen, diese ungeheure Kraft zu kontrollieren. Das ganze Gebiet ist also praktisch ihr Bereich, dessen Sicherheit ebenfalls ihr obliegt. “El Barrio” wird hingegen eine, im wahrsten Wortsinn, abgefahrene und freakige Container-Siedlung werden, in denen die mutierten Menschen leben und dort an deren Form von “sozialer Interaktion” teilnehmen. Noch Fragen? (lacht laut)

Oha. Klingt, als wäre es direkt dem Hirn von Carpenter, King oder Giger entsprungen. Die Onkelz mögen es ja ein bisschen “erdiger”. Schon das Design der Tour 2000 hat sich an postnuklearen Banditenfestungen orientiert und fand seinen bisherigen Höhepunkt bei den Reunion-Shows 2014. Das Matapaloz wird dem Ganzen ja jetzt die Krone aufsetzen. Biomechanik, Endzeit, Dystopie, wohin man sieht. Was denkst du, macht den Reiz dieser Dinge aus? Gibt es so etwas, wie die Schönheit im Kaputten?

P: Wenn es auf dem Festival so etwas wie eine Metaebene gibt, dann steht dick und fett „Transformation“ auf ihrer Fahne geschrieben. Die Natur lehrt uns das doch jeden Tag. Lebewesen mutieren schon seit jeher, um überleben zu können. Das ist aber auch gleichzeitig der interessante Punkt: seit dem Tag, an dem Menschen einen Gehstock für sich entdeckt haben, um das Laufen zu erleichtern oder gar zu ermöglichen, gehört Bio-Mechanik zu uns und unserem Leben.

Gut, kommen wir nochmal auf deine Person zu sprechen: Gibt es musikalische Bezugspunkte der Bands in diesem Jahr mit dir? Stehst du auf die harten Töne oder eher auf Elektronik, Rap oder gar auf alles?

P: Natürlich habe ich in meinen jungen Jahren viel Rock gehört: Heavy Metal, Thrash und solche Sachen. Ich bin den harten Sounds also gegenüber sehr aufgeschlossen. Seitdem ich davon überzeugt bin, dass dich Töne und Frequenzen in andere emotionale Zustände transportieren und in andere Spähren schicken können, bin ich auch den elektronischen Sounds verfallen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass diese besondere Atmosphäre von all den Bands erzeugt werden wird, die dort spielen werden. Sie sind alle diejenigen, die irgendwas in uns auslösen können.

Was wirst du machen, wenn das Matapaloz rum ist?

P: Erstmal nicht aufhören, zu atmen (lacht). Und weiter am leben bleiben. Beides unabdingbar miteinander verbunden 😉

Jetzt fällt mir doch noch eine Frage zu deiner Arbeit ein: Kannst du den Fans ein paar Zahlen zur Bühne etc. geben? Wie viel Material hast du verbaut?

P: Ohha. Es ist eine Unmenge an Material. Ich fertige ja richtige Skulpturen an, nicht “nur” reine Dekoration, daher ist das jetzt schwer zu sagen. Das ganze Zeug besteht teilweise aus Metall, teilweise aus Holz, teilweise aus jeder Menge recyceltem Müll. Ganz, ganz unterschiedlich.

Pablo, vielen Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten. Wir freuen uns alle darauf, deine Arbeiten dann in wenigen Tagen am Ring bestaunen zu dürfen.

P: Ich habe zu danken. Es ist mir eine Ehre. Lasst uns alle gemeinsam das Festival zu etwas ganz Großem machen!

Fragen: Dennis Diel
Frage 11: Marco Matthes

16 comments

  1. MacNeverSatt - 9. Juni 2017 15:52

    Camping-Tickets sind ganz einfach telefonisch bei Eventim nachbestellbar! Habe ich selbst eben gemacht ;-)

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  2. Stefan - 8. Juni 2017 22:01

    An alle, die so gerne diese Facebook Links verlinken…
    Wenn man kein Konto hat kommt dieser hässliche Balken, der den halben Bildschirm belagert. Macht keinen Spass.
    Warum braucht man überhaupt diesen Schrott?
    Lasst doch wenigstens von dieser Internetpräsenz die Verlinkung zu diesem Medium.
    Parallel täts doch auch, aber muss man dauernd mit Facebook penetriert werden?

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  3. Andre - 8. Juni 2017 09:10

    Moin, ich hätte noch 2 Camping Tickets abzugeben für den Platz „La-Familia“. Muss sie leider aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Preis VHB

    Grüße und man sieht sich auf dem Ring

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    • Sara - 9. Juni 2017 14:24

      Hey André hätte Interesse an beiden karten

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  4. Jonny - 8. Juni 2017 06:41

    Schön wären mal wichtige Daten! Wer kommt Wie irgendwo hin! Zugang zum Gelände! Lageplan! Für 2 Tagesbesucher: Gibt es Bänder oder benutzt man das Ticket wieder?

    Ansonsten freuen Wir uns auf ein geiles Festival unter Freunden

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  5. Hagen - 7. Juni 2017 11:46

    Super Tentakel!
    Haben leider kein Campingticket mehr bekommen. Kann man auf der nächsten Autobahnraststätte zelten irgendwo zwischen den Büschen? Bin dankbar für jede Antwort!

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  6. Da Loddar - 7. Juni 2017 08:34

    Also der Weidner meinte letztens das er den Loddar M. gerne spielen gesehen hat aber nicht so gerne sprechen hört. Da haben die beiden doch wirklich was gemeinsam…das Gezupfe ist auch um Längen besser als dem Weidner sein nicht enden wollendes ermüdendes Gelaber (-:

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    • DJMDS - 9. Juni 2017 11:31

      Letztens als er beim Kaffeeklatsch deiner Mutti war? da fällt mir nur ein zum W. er ist der Dolch in eurem neidischen Herz

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  7. MenOne - 6. Juni 2017 21:23

    Habe gedacht hätte schon alles gesehen..
    Aber war wohl ein Irrtum!!!!!
    Freue mich auf nächste Woche
    Grüße aus SAARBRÜCKEN

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  8. Sabrina Albert - 6. Juni 2017 21:11

    Ich liebe Euren Größenwahn! Die Spannung und Vorfreude ist kaum noch auszuhalten! Ich freue mich auf all Das und vor Allem auf Euch!

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  9. Maik Papsdorf - 6. Juni 2017 19:02

    Hey Motherfuckers

    Ich weiss es gehört hier absolut nicht her, aber spielt doch bitte einen und ich meine nur einen Song…
    von MOTÖRHEAD!!!!!!

    Ganz ehrlich…wenn LEMMY noch am Leben wäre,dann wäre er auf Eurem Festival auf jeden Fall dabei!!!

    In the Name off…..

    ROCK`n ROLL!!!!!

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  10. DJMDS - 6. Juni 2017 10:09

    Karmageddon ist nah……..

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  11. Christian - 6. Juni 2017 10:01

    Also ich freu mich ja auch drauf, aber nach Update III gleich Update VI zu bringen machts nicht besser ;-)

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  12. DJMDS - 6. Juni 2017 09:50

    Das hatte mir bei den Reunion Konzerten gefehlt, das Drumherum. Von daher wird es dieses Jahr und die nächsten Jahrzehnte eine geile Institution zum Wegbeamen. Das liebe ich so an Euch, dass ihr den Visionen Taten folgen lässt. Bisschen enttäuscht bin ich, dass es keine Achterbahn im Giger-Style gibt. :-)))

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  13. BöhserJohnny - 6. Juni 2017 00:35

    Woah 😨😨😨😨 da kommt ja richtig was auf uns zu 😍😍😍 etwas Urgewaltiges, Bahnbrechenden, BÖHSES ! Ich freu mich jetzt schon wie ein Schnitzel und hab eigentlich gar keinen Bock, jetzt auf Arbeit zu gehen :@@ lieber in den Zug und auf zum Ring *.* Was ich bisher gesehen habe, ist wahrhaft die „operation Transformation“. Ich kann euch gar nicht sagen, wie ich mich da drauf freue. Habe diese Vorfreude zuletzt als Kind vor Weihnachten/Geburtstag gespürt. Dieses Tage zählen, dieses nicht mehr warten wollen, dieses „nur noch X mal schlafen“ danke an alle, die mir dieses Gefühl wiedergegeben haben und dieses riesen fette Festival ermöglichen 👍👍👍👍 Böhse Grüße, euer Johnny \m/

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