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Freitag, der 06. Mai 2016. Frühling in Deutschland. Bestes Wetter im Pott. Essen, das ist für alle pottunkundigen in Deutschland, eine fette Ruhrmetropole mit viel Industrie und ganz viel Kultur. Und die Essener Philharmonie wirkt modern und mondän – im gleißenden Sonnenlicht des heißen Tages und mit dem vorbeibrausenden Verkehr sogar ein bisschen wie das Zentrum der Stadt.

Für diesen einen Tag wird man hier zumindest das Zentrum der Onkelz-Welt vorfinden, die sich Anfang Mai 2016 komplett um dieses Bauwerk dreht. Die Band hatte eingeladen, ihren 35jährigen Geburtstag aus dem November des vergangenen Jahres, mit ganz großem Besteck in einem ehrwürdigen Konzerthaus nachzufeiern. Und dafür wurde eben jene Essener Philharmonie ausgewählt, über 200 enge Freunde der Band eingeladen und das Haus bis unter das Dach mit Onkelz-Fans gefüllt. Mit über 2.000 Fans. Alle, den Vorgaben des Abends entsprechend, in feinem Zwirn. Da wurde das Onkelz-Shirt, das sich auf ewig vielen Konzerten und Partys als robust und gut bewährt hatte, für diesen Anlass gegen ein Abendkleid oder Krawatte/Fliege und Anzug getauscht. Und dann, die Onkelz hatten sich bereits in der Philharmonie eingefunden und ihre Plätze bezogen, wird den Klängen des Bratislava Symphony Orchstras gelauscht, das das komplette Doppel-Album „Symphonien und Sonaten“ live uraufführt.

Szenenapplaus für die fast achtzig Musiker, Damen und Herren, die dort auf der Bühne ihr wohl ungewöhnlichstes Konzert spielen. Andächtiges Lauschen allerorten. Man vernimmt hier mal ein leises „ahhh“, dort mal ein verzücktes „ohh“, aber es scheint bis zu einem gewissen Moment so zu sein, dass sich alle Anwesenden ob des besonderen Moments und der einzigartigen Atmosphäre nicht sicher sind, wie sie sich verhalten sollen. In der Luft liegt ein ganz spezieller Zauber, der so noch auf keiner Onkelz-Show zu spüren war, und danach auch nie wieder zu spüren sein wird, weil diese Intimität und Kulisse des Moments nicht reproduzierbar sind.

Dann: ab „Wir ham`noch lange nicht genug“ brechen alle Dämme. 2.000 Fans singen mit, die Band ist sichtlich begeistert, Kevin gibt den Vorsinger und der Dirigent dirigiert ab einem gewissen Punkt nur noch das Publikum. Was war das für ein erinnerungswürdiges Ereignis, das als i-Tüpfelchen auch noch live und kostenlos ins Netz gestreamt wurde, sodass alle Onkelz-Fans an diesem Moment teilhaben konnten. Nach über zwei Stunden Euphorie, einer sehr charmanten Danksagung der Band und – natürlich – der wohlverdienten Verabschiedung des fantastischen Orchesters, das an diesem Abend unter der exzellenten Leitung von Dirigent David Hernando Rico eine ehrwürdige Performance ablieferte, ist Schluss. Die Band, ihr Team, Veranstalter, Freunde und Wegbegleiter liefern sich im angeschlossenen Club noch bis früh morgens kleine, aber feine Duelle an der Bar, auf der Tanzfläche oder in der Lounge des Hotels, und am Morgen danach bestimmt neben Kopfschmerz das Gefühl den Kopf, hier in Essen gestern Zeuge eines ganz großen, kleinen Highlights in der langen Historie der Onkelz geworden zu sein.

Für alle, die sich an diese tollen Stunden erinnern möchten, verlinken wir den Livestream noch mal hier: