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Im August veröffentlichen die Onkelz ihre Single „Terpentin“ aus dem kommenden Album „Viva los Tioz“, die bis auf Platz sieben der offiziellen deutschen Singlecharts steigt.

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Mit „Viva los Tioz“ toppen die Onkelz ihre Karriere und beziehen erneut musikalisch Stellung.

Als die Böhsen Onkelz am 04. September 1998 ihr dreizehntes Studioalbum „Viva los Tioz“ veröffentlichen, platzt der Knoten. Die Scheibe verkauft über 300.000 Einheiten in den ersten 48 Stunden nach der Veröffentlichung und steigt von null auf Platz 1 in den Media Control Top 100 Longplay Charts ein.

Ebenso steigt die Single „Terpentin“ auf Platz 7 der Single Charts ein. Das Album ist stilistisch breit gefächert, auch wenn nicht immer zu 100 Prozent der Geschmack der Fans und auch der Band getroffen wird. Kompositionen und Texte wie „Scheiße passiert“ gehören nicht zum Besten, was die Onkelz bis dato ablieferten. Auch der Sound, erstmals mit vielen elektronischen Spielereien und Synthies versehen, stößt auf Kritik. Dennoch sind Meilensteine des „onklischen“ Songwritings auf „Viva los Tioz“ zu finden. „Der Preis des Lebens“, „Wenn Du wirklich willst“, „Bin ich nur glücklich, wenn es schmerzt“, „Leere Worte“ – alles todsichere Hits und Meilensteine.

Das Intro „Matapalo – Parte Uno“ versprüht einen gewaltigen Hauch Mittelamerika. Schließt man dabei die Augen, kann man sich fast in einer dieser runtergekommenen mexikanischen Kneipen wähnen, deren Biere immer warm und deren Kellner immer schlecht gelaunt sind. Schwarz gekleidete Mariachis holen ihre dicken akustischen Gitarren aus dunklen, schweren Koffern, spielen mit weicher spanischer Stimme mittelamerikanische Volkslieder, während zwischendurch ein Moskito auf dem Kopf einer leicht bekleideten Kellnerin landet, und ein besoffener Gast in die hinterste Ecke des Lokals pisst. Die Stimme im Intro gehört dem spanischen Synchronsprecher Jack Nicholsons und einer Szene aus dem Film „Mars Attacks“, der Schluss der Platte „Matapalo – Parte Dos“ wurde von POZO – jenem kubanischen Künstler, der sechs Jahre später das Artwork der „Adios“ zeichnen sollte -, eingesprochen.

Mit „Der Platz neben mir“ schreibt die Band ein weiteres Stück für ihren verstorbenen Freund Andreas „Trimmi“ Trimborn. Das über neun Minuten lange, epische Stück wird bis heute gerne live gespielt und ist der ruhigere, versöhnlichere Gegenpart zu „Nur die Besten sterben jung“, das zu seiner Zeit noch unter den Eindrücken des damals jüngst ermordeten Trimborn entstand. „Der Platz…“ ist eine melancholische Verarbeitung des Gefühls der Einsamkeit und des Vermissens eines geliebten Freundes. Die Wut über seinen Mord weicht – was bleibt ist Leere und… „Der Platz neben mir“.

Nach „Nenn mich, wie du willst“ und „Deutschland im Herbst“ findet sich auf „Viva los Tioz“ der vielleicht wichtigste Beitrag der Onkelz zu einem Thema, das sie seit 1980 verfolgt. „Ohne mich“ ist eine in Noten und Reimen verpackte Absage an jeglichen Extremismus. Die Anti-Fa, sie lässt nichts unversucht, um die Band weiterhin im Fahrwasser des Rechtsrock zu halten. Weidner musste eine Ansage loswerden. Nazis sind ihnen sowieso seit Anbeginn ihrer Karriere verhasst – und auch die bekommen in der zweiten Strophe des Songs ihr „Fett weg“.

Tracklisting Viva los Tioz & Terpentin Single

Instrumental

Hat man euch nicht vor uns gewarnt
Habt ihr euch nie gefragt
Wer wir sind und was wir tun
Alles ist wahr
Wir sind wieder da

Wir spritzen Gift und kotzen Galle
Viva los Tioz
Wir sind – unerträglich für fast alle
Viva los Tioz
Wir sind ein Schlag ins Gesicht
Ein freigelegter Nerv
Und nicht ganz dicht

Irgendwo zwischen all den Lügen
Gibt es eine Band – die nicht alle lieben
Nonkonformität heißt unser Weg
So soll es sein
Bis nichts mehr geht

Wir sind zu krass, um wahr zu sein
Viva los Tioz
Mies erzogen und gemein
Viva los Tioz
Fürchtet die Onkelz
Wie euch selbst
Deutschland kotzt
Und uns gefällt’s

Wir tauschten Haß gegen Gitarren
Denn wir sind Onkelz und keine Narren
Wir töten Lügen mit diesen Liedern
Gehen wir’s an
Immer wieder, immer wieder…

Wir spritzen Gift und kotzen Galle
Viva los Tioz
Wir sind unerträglich für fast alle
Viva los Tioz
Wir sind ein Schlag ins Gesicht
Ein freigelegter Nerv
Und nicht ganz dicht

Ich bin hoch geflogen
Tief gefallen
Ich war ganz oben
Und hab‘ Gott bei der Arbeit geseh’n
Ich schmorte in der Hölle
Küsste dem Teufel den Arsch
Ich sah‘ in den Himmel
Und in – und in mein eigenes Grab

Ich trieb’s mit Engeln
Ich feierte Siege
Ich triumphierte und verlor
Ich starb aus Liebe
Ich habe viel verloren
Doch nie meine Träume
Manche wurden wahr
Die meisten aber blieben Schäume

Das sind
Leere Worte an einem toten Tag
Mein Hirn liegt im Nebel
Zu viel Koks, zu wenig Schlaf
Zu viel von allem
Ein kleiner Tod
Ich hab‘ mich abgeschossen
Ausgeknipst
Mich selbst überholt

Ich wusste alles
Und hab‘ alles vergessen
Ich kam, sah und siegte
Und hab‘ Scheiße gefressen
Was immer dabei rumkommt
Es kommt nichts dabei raus
Jeden Tag die gleiche Scheiße
Ich will hier raus
– Ich will hier raus

Das sind
Leere Worte an einem toten Tag
Mein Hirn liegt im Nebel
Zu viel Koks, zu wenig Schlaf
Zu viel von allem
Ein kleiner Tod
Ich hab‘ mich abgeschossen
Ausgeknipst
Mich selbst überholt

Leere Worte an einem toten Tag
Mein Hirn liegt im Nebel
Zu viel Koks, zu wenig Schlaf
Zu viel von allem
Ein kleiner Tod
Ich hab‘ mich abgeschossen
Ausgeknipst
Mich selbst überholt

Du bist gegangen
Im Streit um nichts
Doch ich kann mich nicht korrigieren
Nicht mal für Dich

Es juckt und brennt
Es quält mich und martert
Es kotzt mich an
Unser menschliches Theater

Weit weg – weit weg von besseren Tagen
Weit weg – allein mit tausend Fragen
Weit weg – ich höre Dich weinen
Weit weg – hat die Sonne aufgehört zu scheinen
Unsere Chance hat die Stadt verlassen
Wir stehen vor dem Nichts
Wie Sterne, die ins dunkel fallen
Sterbendes Licht

Es riecht nach Herbst
Nach Untergang und Särgen
Winter im Herz, keine rühmliche Zeit
Man fühlt den Sommer sterben

Weit weg – weit weg von besseren Tagen
Weit weg – allein mit tausend Fragen
Weit weg – ich höre Dich weinen
Weit weg – hat die Sonne aufgehört zu scheinen

Ich will keine Gnade
Und ich gebe keine
Ich bin brennendes Benzin
Ein Ritt auf Messer’s Schneide

Du hast mir gerade noch gefehlt
Ich kann Dich sowieso nicht leiden
Nasch ab und gesell‘ Dich
Zu meinen Feinden

Fickt nicht mit dem Teufel
Stellt ihm keine Fragen
Fangt an zu beten
Und lest die Packungsbeilage

Wut ist das Geheimnis
Das Geheimnis meiner Kraft
Und wenn ihr anfangt mich zu mögen
Weiß ich, ich hab was falsch gemacht.

Dieses Lied macht nicht beliebt,
drauf geschissen – ja was solls.
Ich will dass ihr mich hasst,
denn eure Feindschaft macht mich stolz.
Ich hasse Kompromisse und ich hasse dich.
Es gibt zu viel‘ von deiner Sorte –
und das gefällt mir nicht.

Ich bin im Krieg, mit Gott und der Welt,
das macht mich nicht beliebt –
und bringt kein Geld.
Doch ich erhebe mich,
um mich der Welt zu zeigen.
Ich durchbreche alle Mauern
und alles Schweigen.

Immer am falschen Ort
Zur falschen Zeit
Voll daneben
Zu allem bereit
Mal auf und mal ab
Ich hab’s oft nicht geblickt
Mich wieder und wieder
In die falsche Richtung geschickt

Was soll’s
Scheiße passiert
Man gewinnt und verliert
Scheiße passiert
Man frißt oder stirbt
Scheiße passiert
Man gewinnt und verliert
Scheiße passiert
Friß oder stirb

Mein Mund war zu groß
Mein Hirn zu klein
Ein falsches Wort
Dann war es soweit
Wer nicht hören will
Der muß bezahlen
Also ging ich
Durch das Haus der Qualen

Wir wollen mauern niederreißen
Geschichte machen
Die fetzen sollen fliegen
Die schwarten sollen krachen
Der widerstand wächst
mit größeren zielen
Wir existieren wirklich
zum Verhängnis von vielen

Unser name lebt länger
als unser leib
Wir sind unsterblich
ihr tut uns leid
Wer böses sät
wird onkelz ernten
Der tanz beginnt
Von Flensburg bis nach Kärnten

Ja, hier sind wir
euere Feinde und Ziel
wir gehen zum Lachen in den Keller
und wir trinken Terpentin

Wir gehen vorwärts
ohne Furcht
Nicht am Rand
sondern mittendurch
Wir zerstören eure Mythen
habt ihr es vernommen
Schluss mit lustig
Die onkelz kommen

Ja, hier sind wir
euere Feinde und Ziel
wir gehen zum Lachen in den Keller
und wir trinken Terpentin

Steht auf
oder sterbt auf euren Knien
Steht auf
oder – ihr lernt es nie

Antifa – ihr könnt mich mal
Ich lache über euch
Und ihr merkt es nicht mal

Ihr kämpft gegen mich
Wie lächerlich
Denn euren wahren Feind
Den seht ihr nicht

Ihr denunziert
Ihr seid schlecht informiert
Moralisch bankrott
Daß ihr das nicht kapiert

Ihr seid blinder als blind
Pseudomoralisten
Dumm und ignorant
Nicht besser als Faschisten

Ohne mich
Mich kriegt ihr nicht
Ich bin frei wie der Wind
Kapiert ihr das nicht
Ohne mich
Mich kriegt ihr nicht
Ich hab‘ das dritte Auge
Seht ihr das nicht

Und hier ein paar Worte
An die „rechte“ Adresse
Leckt uns am Arsch
Sonst gibt’s auf die Fresse

Ich hasse euch
Und eure blinden Parolen
Fickt euch ins knie
Euch soll der Teufel holen

Ihr seid dumm geboren
Genau wie ich
Doch was ich lernte
Lernt ihr nicht

Ihr seid blind vor Haß
Dumm wie Brot
Ihr habt verschissen
Eure Führer sind tot

Ohne mich
Mich kriegt ihr nicht
Ich bin frei wie der Wind
Kapiert ihr das nicht
Ohne mich
Mich kriegt ihr nicht
Ich hab das dritte Auge
Seht ihr das nicht

Ich atme Einsamkeit
Und werde sentimental
Die Nacht neigt sich dem Ende zu
Meine Stimmung ist katastrophal
Ich sitze hier, im Nirgendwo
Und starre in mein Bier
Verloren in Gedanken
Stehst du vor mir

Was du wohl machst
Hab‘ ich mich tausendmal gefragt
Fickst du Engel, zählst du Sterne
Oder betrinkst du dich mit Liebe
Den ganzen Tag

Ich warte schon so lange
Auf ein Wort von dir
Ein nie endendes Verlangen
Nach dir lebt in mir
Ich warte schon so lange
Auf ein Wort von dir
Der Schmerz ist vergangen –
geblieben ist die Leere und der Platz neben mir

Wir wollten nie wie all die ander’n sein
Zu Hause waren wir nie
Wir waren immer auf’m Sprung
Zwischen Wahnsinn und Genie
Wir spürten unsre Flügel wachsen
Es trug uns davon
Wir verloren unsre Namen
Geschlecht und unsre Konfession

Was du wohl machst
Hab‘ ich mich tausendmal gefragt
Fickst du Engel, zählst du Sterne
Oder betrinkst du dich mit Liebe
Den ganzen Tag

Ich warte schon so lange
Auf ein Wort von dir
Ein nie endendes Verlangen
Nach dir lebt in mir
Ich warte schon so lange
Auf ein Wort von dir
Der Schmerz ist vergangen –
geblieben ist die Leere und der Platz neben mir

Es ist einsam – ohne dich
Ohne dich, mein Freund
Ich vermisse dich

Du kehrst wieder als mein Traum
Nur für die Dauer eines Augenblicks
Bist du real für mich.

Eines Tages folg‘ ich dir
In die Ewigkeit-
Gib mir Zeit

Ich pflücke Rosen für dein Grab
Du bist nicht mehr hier
Doch du lebst in mir!

Deutscher Stahl
Kalt und hart
Ein tiefer Schnitt
Durch Haut so zart

Ein Schnitt wie durch Butter
Durchtrennte Venen
Das Ringen nach Luft
Ein letztes Flehen

Ich hör‘ Dich sagen, Du kannst nicht mehr
Du wünschst Dir Deinen Tod so sehr
Ich bin nicht gesegnet, ich bin nicht gnädig
Ich habe einen Job – und der wird erledigt

Der Preis des Lebens ist der Tod
Deshalb hab‘ ich Dich geholt
Du lebst für mich
Und jetzt nehm‘ ich Dich
In meine Arme, in meine Arme

Ich mache keinen Unterschied
Zwischen jung und alt
Ob Du arm oder reich bist
Läßt mich kalt
Ich heiße euch alle willkommen
Ich liebe wirklich jeden
Alles, was ich will
Ist euer Leben

Eine silberne Kugel
Frißt sich ein Loch in Dein Herz
Viel zu schnell
Du spürst nichtmal den Schmerz
Deinen Tod vor den Augen
Bahnt sie sich ihren Weg
Unaufhaltsam
Unentwegt

Ich zeige Dir, was es heißt, allein zu sein
Ich trinke Tränen, schwarzen Wein
Ich folge Dir tief, tief in die Nacht
Bis in den Abgrund Deiner Seele steige ich hinab
Ich suche nach der, die mich zum Weinen bringt
Liebe macht süchtig, betrunken und blind
Ich suche nach dem Weg aus der Leere
Die mein Leben bestimmt

Ich lass es Tränen regnen

Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt
Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt
Ich schenk‘ Dir mein gefrorenes Herz
Ich will, dass Du es für mich wärmst

Ich verirre mich, nichts ist mehr klar
Ich bin da, wo vor mir keiner war
Nicht fähig zu lieben, oder liebe ich die Qual
Liebe ich den Schmerz, bin ich nicht normal
Ich suche nach der, die meinen Geist nach Hause bringt
Ich suche nach der, für die ich diese Lieder sing‘
Nur eine Nacht in meinem Zimmer
Wir wachen auf und leben für immer

Ich lass es Tränen regnen

Wenn Du wirklich willst
Versetzt Du Berge
Wenn Du wirklich willst
Werden aus Riesen Zwerge

Wenn Du wirklich willst
Heilen Deine Wunden
Wenn Du wirklich willst
Werden aus Stunden Sekunden

Wenn Du wirklich willst
Lernst Du zu fliegen
Wenn Du wirklich willst
Lernst Du Dich zu lieben
Wenn Du wirklich willst
Gehst Du den weglosen Weg

Sei Du selbst
Steh‘ zu Dir
Die Wahrheit wird gelebt
Und nicht doziert

Du bist, was Du warst
Und Du wirst sein, was Du tust
Beginne Dich zu lieben
Und Du findest, was Du suchst

Alles, was Du wissen willst
Alles, was Du suchst
Findest Du in Dir
Denn Du bist, was Du tust

Bohr in Deinen Wunden
Mach‘ Dir klar, dass Du noch lebst
Finde Dich selbst
Bevor Du innerlich verwest

Wenn Du wirklich willst
Veränderst Du Dein Leben
Wenn Du wirklich willst
Lernst Du zu vergeben

Wenn Du wirklich willst
Lernst Du an Dich zu glauben
Wenn Du wirklich willst
Öffnest Du Dir die Augen

Wenn Du wirklich willst
Wird Großes klein
Wenn Du wirklich willst
Werde ich bei Dir sein

Wenn Du wirklich willst
Baust Du eine Leiter zum Mond

Sei Du selbst
Steh‘ zu Dir
Die Wahrheit wird gelebt
Und nicht doziert

Du bist, was Du warst
Und Du wirst sein, was Du tust
Beginne Dich zu lieben
Und Du findest, was Du suchst

Alles, was Du wissen willst
Alles, was Du suchst
Findest Du in Dir
Denn Du bist, was Du tust

Bohr in Deinen Wunden
Mach Dir klar, dass Du noch lebst
Finde Dich selbst
Bevor Du innerlich verwest

Instrumental

Bonussong - Terpentin Single

Instrumental

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