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2016-12-13_2865_bo_hamburg

Moin, Moin, Hamburch!

Ihr habt bei mir ja schon ein Stein im Brett, ohne dass ihr überhaupt einen Song angestimmt habt, um ehrlich zu sein. Denn wenn es mich nicht nach Berlin verschlagen hätte, dann wäre es ganz sicher Hamburg geworden (ich hoffe, dass ich das nicht auch schon von anderen Städten der Tour behauptet habe). Hamburg, dass steht für mich für Geradlinigkeit, Verlässlichkeit, Zurückhaltung, aber auch für Selbstbewusstsein und Anstand. Hier zählt noch der Handschlag und das Wort! Wann immer ich dachte, ich hätte als Berliner schon alles gesehen, hat mich die Reeperbahn übrigens eines Besseren belehrt. Gediegen is dat!

Wie sagt man: Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird. Verstanden und verwachsen mit Hamburg, fühlt sich natürlich ganz besonders Kevin. Seit jeher verbindet ihn mit der Hansestadt nicht nur seine Geburt, sondern eine tiefe Liebe zu Land und Leute. Hier ist und war er immer daheim, weshalb Konzerte in Hamburg für ihn immer auch ein stückweit nach Hause kommen bedeutet. Nach Hause kommen heute Abend abermals mehr als 15.000 Neffen und Nichten, die sich den zweiten Akt der 120 Minuten andauernden Hafenrundfahrt, durch 36 Jahre Diskografie der Band, nicht entgehen lassen wollen. Der Vorplatz zur Halle füllt sich kontinuierlich und es herrscht eine freundliche, wenn auch hanseatisch zurückhaltende, Stimmung. Alles ganz entspannt und unkompliziert. Wie zu Hause eben.

Nu ma nich lang schnacken, Marco!

Die Beastos eröffnen pünktlich und hinterlassen auch heute Abend einen durchweg positiven Eindruck. Sie sind längst auf der Tour angekommen und liefern in jeder Stadt eine überzeugende Performance, die Lust darauf macht, die Band weiter zu verfolgen. Nordisch nobel quittiert das Publikum den sehenswerten Auftritt mit Beifall und rhythmischen auf der Stelle treten. Die Jungs um Calico Cooper sind einfach wahnsinnig sympathisch, was sich auch heute Abend u. a. wieder darin zeigt, dass sie während der Onkelz kontinuierlich im Graben zu finden sind, um gemeinsam mit Hamburg zu feiern. Danke, Beasto Blanco!

Kurz bevor um 20:45 Uhr, mittlerweile ritualisiert, das Licht der Halle erlischt, steht „die Band der Ungeliebten“ im Backstage und schwört sich gemeinsam ein. In jeder Stadt und an jedem Abend das gleiche Bild. Schlichtweg nicht denkbar vor der Reunion. Heute bilden sie einen Kreis, liegen sich in den Armen, klatschen ab, als würden sie sich als Mannschaft auf den Weg zum Champions-League-Finale machen. Jeder Abend ist gefühlt ein Finale. Man muss nicht leise sein, um die Fangesänge bis in Garderobe hören zu können. Es knistert. Dann machen sich die vier auf den Weg zur Bühne, wo bereits das Intro läuft. Pe ist der Erste, der die Bühne betritt und hinter seinen Drums Platz nimmt. Dann folgt Gonzo, der noch eben den Volume-Regler seiner Gitarre hochdreht, was offenbar auch unmittelbar die Lautstärke in der Halle erhöht. „Für immer Onkelz“ singt Hamburg auch heute Abend stimmgewaltig und dahinter verbirgt sich nicht nur der Opener, sondern eben auch eine Lebenseinstellung, eine Philosophie. „Und was ist wenn das Ende nichts, als ein bö(h)ser Anfang ist?“ – der Anfang eines großartigen Abends zum Beispiel, der seinen ersten Höhepunkt bereits mit „10 Jahre“ hat. Was für ein Brett, immer noch und immer wieder! Onkelz, wie man sie hasst und liebt, passt auch heute

noch 26 Jahre nach Entstehung des Songs. Entweder, man hat sein Herz an die vier Frankfurter verloren, oder eben nicht. Es gibt nichts dazwischen und das wird wohl auch bis in alle Ewigkeit so bleiben. Ein wenig Beständigkeit in der Unbeständigkeit, sozusagen.

Man merkt der Band, und insbesondere Kevin an, dass sie heute Abend nochmal die obligatorische Schippe drauf legen wollen. Kevin heizt ein, wo er kann und ich bin jedes Mal beeindruckt, was es für Jubel auslöst, wenn er die Seitenpodeste hinaufsteigt. Dann werden die Arme in den Himmel gestreckt, als wollte man versuchen mit ihm abzuklatschen, als wäre er für einen Moment greifbar. Kevin, das ist der Inbegriff von Hass und Liebe. Ein ständiger Kampf mit Yin und Yang, mit Licht und Schatten, mit sich selbst. Das verbindet ihn mit so vielen und deshalb ist er auch heute Abend nicht nur der Sänger der Onkelz, sondern der wandelnde Ausdruck und Beweis, dass man alles im Leben schaffen kann. Dass man sich immer neu erfinden kann. Gleichzeitig zeigt sich spätestens bei „Wo auch immer wir stehen“, dass Kevin viel Energie aus den nicht enden wollenden Fangesängen zieht. Diese Energie zeigt sich auch heute Abend. Die Band agiert noch immer mit einer Spielfreude, die vermuten lässt, dass es sich um das erste Konzert der Tour handeln könnte, obwohl wir schon weit über die Hälfte hinter uns haben.

Ohne viel gesabbel:

Hamburch, meine Weihnachtsperle, dass war heute Abend der krönende Abschluss unserer Stippvisite im hohen Norden. Ihr habt uns verdammt viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass ihr ebenfalls einen großartigen Abend erlebt habt. Wir biegen mit Berlin so langsam auf die Zielgerade der Tour ein, obwohl sich jedes Konzert wie der Beginn von etwas Großartigem anfühlt. Eine Band, die uns noch viele dieser unvergesslichen Abende bereiten wird.

Moin,
Marco Matthes

Fotocredits:

www.christianthiele.de

4 comments

  1. Uschj - 17. Dezember 2016 15:52

    Hoi“Böhse Onkelz“
    OHH..tat das gut OHH..war das schööön,Hamburg eine Hammer Stadt.
    Kevin:Deine Lebensfreude,die klare Stimme und Deine Energie,hebt alles aus dem Sockel!
    Gonzo,Pe und Stephan: IHR! Sind „SPITZENKLASSE!“
    Tag 3: Genossen natürlich eine Rundfahrt auf der Elbe und sahen im Innerenauge die Freude die Ihr verbreitet habt.Ich danke Euch dafür!
    Lieber Gruss aus Zürich
    Uschj

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  2. Steffen - 17. Dezember 2016 10:58

    Waren gestern in Berlin. Es war einfach nur genial. Die Jungs sind der Hammer und Kevin war in Bestform.
    Wie in alten Zeiten.
    Sehen uns nächstes Jahr hoffentlich in Hockenheim

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  3. andy81 - 17. Dezember 2016 03:56

    leute! es war der hammer!!!! ich war leider nur auf rock gegen rechts in bremen und viva los tioz in hamburg und habe sooo bereut nicht auf weiteren gewesen zu sein. dann der abschied….noch mehr trauer……doch dann die wiedergeburt….neues album neue tour und HAMBURG. !!!!! ihr seid die geilsten. !!!! 13. dez 2016 war der beste tag in meinem leben! bleibt wie ihr seid. und vor allem sauber!!!

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  4. Ghostgirl - 17. Dezember 2016 02:14

    Moin zusammen

    Vor ner Stunde aus der Stern Arena in Berlin gekommen… HAMMER kann ich nur sagen… und als iPunkt.. heute wurde und morgen wird es Live Aufzeichnungen für die DVD geben… ich freue mich auf den Tourbericht aus Berlin und auf das nächste Konzert :-)

    gn8

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